Nachhaltigkeit bei Fair Queen

FAIR QUEEN verfolgt den Anspruch das Sortiment so gut wie möglich aus biologisch verantwortungsbewusster und sozial-korrekter Bekleidung zusammen zu stellen. Nachhaltigkeit ist für uns keine Modeerscheinung oder Trend sondern ein Qualitätsmerkmal, das zukünftig eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

Was versteht man unter nachhaltiger Mode?

Unter nachhaltiger Mode, auch Eco Fashion, grüne Mode oder Ökomode genannt, versteht man Bekleidung die aus umweltfreundlichen Materialien hergestellt wurde und die Berücksichtigung sozialer Aspekte entlang der Herstellungskette. Im Idealfall sind sowohl die Materialien als auch die Herstellung nach ökologischen- und sozialen Standards zertifiziert.

Ökologsiche Aspekte sind beispielsweise: Bei Färbung, Veredlung und Druck weitestgehend auf schädliche Chemikalien zu verzichteten, mechanische Verfahren einzusetzen und auf einen niedrigen Ressourcenverbrauch (z.B. von Wasser und Energie) zu achten.

Soziale Aspekte sind beispielsweise: angemessene Arbeitszeiten, faire Löhne und hinreichender Arbeitsschutz, vor allem hinsichtlich der Giftstoffe und Maschinen, mit denen in der Bekleidungsindustrie gearbeitet wird. Ebenso zählen dazu: Abschaffung von Kinderarbeit, Verbot von Zwangsarbeit und Diskriminierung, soziale Absicherungen und Gewerkschaftszugehörigkeit.

FAIR QUEEN bietet somit Mode an, die die Umwelt und den Menschen wenig bis gar nicht belastet oder schädigt.

Um die Umweltsünden und Menschenrechtsverletzungen zu verstehen, die bei konventioneller Mode weitverbreitet in Kauf genommen werden, muss man den Prozess der Bekleidungsherstellung näher betrachten. Die Abläufe, welche vom Anbau des Rohstoffs bis hin zum fertigen Kleidungsstück notwendig sind, nennt man die textile Kette.

Von der Faser zum edlen Kleidungsstück: Die textile Kette

Die Herstellung von Bekleidung durchläuft einen langen Prozess an dem viele Parteien Anteil haben. Vom Anbau und der Ernte der Rohstoffe über die Umwandlung in Fasern, Verspinnen zu Garn, Herstellung der Stoff-Flächen, Färben und Veredeln, Fertigung bis zum Verkauf. Hier hört die zu betrachtende Kette aber noch nicht auf: Das Bekleidungsstück wird vom Kosumenten gebraucht und gepflegt bis es schlußendlich entsorgt oder besser recycelt wird.

Bei dieser langen Produktionskette ist es eine komplexe Herausforderung, Bekleidung wirklich nachvollziehbar und 100% nachhaltig zu produzieren und anzubieten. Als Bespiel von starken Umwelt- und Sozialsünden gilt vorallem die konventionelle Baumwollgewinnung, die Chemiefaserindustrie, der Bereich Veredeln/Färben/Drucken aber auch das Gebrauchen und Pflegen von Textilien beim Konsumenten.

Die konventionelle Baumwollgewinnung ist mehr im Verruf den je. Nicht verwunderlich bei Betrachung folgender konkreter Fakten des Pestizid Aktions Netzwerk (PAN) - gemeinützige Organisation, die über Umweltsünden im Pestizid-Bereich Aufklärung betreibt: Eine Jeans benötigt etwa 8000 Liter Wasser um produziert zu werden, die konventionelle Baumwoll-Produktion macht 25% des weltweiten Insektizidmarktes aus, ca. 20.000 Menschen sterben jährlich aufgrund einer Pestizidvergiftung.

Die Chemiefaserindustrie betreibt ihre eigene Lobby: jüngst lasen wir einen Artikel der besagte, dass sich die Chemieindustrie sehr stark gegen den Anbau von Hanf machte, um so natürliche Alternativen zur Chemiefaser zu unterbinden. Ob wahr oder nicht, eins steht fest, in diesem Industriezweig werden bedenkliche Chemikalien eingesetzt welche die Umwelt belasten. Ausserdem muss man bei einer synthetischen Chemiefaser immer bedenken, dass diese aus dem nicht regenerativen Rohstoff Erdöl besteht.

Der Bereich Veredeln/Färben/Drucken ist ebenso stark mit Vorsicht zu genießen. Viele eingesetzte Chemikalien sind umweltbedenklich und können sich teilweise sogar negativ auf den menschlichen Organismus auswirken. Als Beispiel zur Umweltbelastung seien hier genannt: Die Chromgerbung bei Leder, die Merzerisierung bei Baumwolle, das Chlorbleichen und das Färben mit Azofarbstoffen.

Ebenso spielt der Gebrauch und die Pflege des Textiles beim Endverbraucher eine große Rolle. FAIR QUEEN empfiehlt daher auf den Waschvorgang auf max. 30°C zu reduzieren, das Trocknen im Wäschetrockner zu vermeiden und auch nur bei Notwendigkeit zu Bügeln.

Siegel und nachhaltige Standards bei FAIR QUEEN

Anders als in der Nahrungsmittelbranche gibt es im Bekleidungssektor noch kein verpflichtendes staatliches Siegel, das die gesamte textile Herstellungskette hinsichtlich ökologischer und sozialer Aspekte berücksichtigt. Ein Meer von Zertifikaten - derzeit ca. 450 verschiedene - sind die Folge. Wer sich umweltbewusst und sozial korrekt kleiden möchte, kommt nicht um zeitaufwendige und umständliche Recherchen herum. Wir nehmen Ihnen diese Recherche-Arbeit ab. Bei der Auswahl unserer Produkte schauen wir für Sie genau hin. Wir stehen in engem Kontakt mit den Lables und Designern, um Ihren hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Jedoch ist es besonders für kleine Labels schwierig die Zertifikate zu erlangen, da dies mit hohen Kosten und Aufwand verbunden ist. Die Labels von FAIR QUEEN sind deshalb nicht immer zertifiziert, konnten uns jedoch auf andere Weise glaubhaft machen, dass sie die Nachhaltigkeit ernst nehmen und in den Prozess miteinbeziehen.  

Global Organic Textile Standard (GOTS)

Seit 2004 gibt es das internationale Siegel GOTS, das Verbrauchern mehr Sicherheit und Transparenz über die Produktion von Naturtextilien geben möchte. Hinter dem GOTS-Siegel stehen unabhängige Prüfinstitutionen, welche die Textilherstellung vom Anbau der Rohstoffe bis zum fertigen Designer-Kleidungsstück kontrollieren. Jeder Produktionsschritt, aber auch Verpackungsmaterialien werden auf umweltfreundliche und sozial verträgliche Verfahren geprüft. Textilien, die mit dem GOTS gekennzeichnet sind, erfüllen damit die höchsten ökologischen Ansprüche, die derzeit entlang der textilen Herstellungskette denkbar sind. Hinsichtlich der sozialen Anforderungen an die Produktionsstätten und Arbeitgeber legt der GOTS die Vorgaben der International Labour Organisation (ILO) zugrunde. Auch das Prüfverfahren folgt nachhaltigen Gesichtspunkten: Mindestens einmal pro Jahr werden ausgezeichnete Textilprodukte neu zertifiziert. 

Die wichtigsten GOTS Kriterien:

  • Mindestens 70 Prozent der verwendeten Fasern jedes Kleidungsstückes müssen aus kontrolliert biologischen Anbau (kbA) bzw. kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) stammen.
  • Der GOTS zeichnet nur echte Naturfasern wie Baumwolle, Wolle oder Leinen aus - nicht aber Synthetikfasern, auch dann nicht, wenn diese aus recycleten Rohstoffen hergestellt wurden.
  • Der GOTS verbietet das Bleichen von Textilien mit Chlor. Erlaubt sind mechanische Bleichvorgänge wie Kochen, Beuchen oder Waschen und umweltschonende Entfärbemittel auf der Basis von Ozon oder Sauerstoff.
  • Auch beim Färben müssen die Hersteller, die ein GOTS-Zertifikat erhalten wollen, auf natürliche und ausgewählte Farbstoffe zurückgreifen. Verboten sind AZO-Farbstoffe nach MAK-Liste III, schwermetallhaltige Farbstoffe, Ätzdruckverfahren mit aromatischen Lösungsmitteln, aber auch Plastisoldruckverfahren mit Phtalaten oder PVC.
  • Der GOTS steht auch für menschenwürdige Arbeitsbedigungen, die die ILO international definiert hat. GOTS-zertifizierte Textilhersteller verpflichten sich dazu, auf Kinder- und Zwangsarbeit zu verzichten, ihren Arbeiterinnen und Arbeitern Vereinigungsfreiheit zu gewähren, für sichere und hygienische Arbeitsbedingungen und geregelte Arbeitszeiten zu sorgen, existenzsichernde Löhne zu zahlen sowie auf Diskriminierung, Misshandlung oder Disziplinierungen zu verzichten.

Hier finden Sie alle Kriterien des Global Organic Textile Standard.

IVN

Der Verband vergibt drei unterschiedliche Gütesiegel. Eines davon ist der bereits beschriebene Global Organic Textile Standard (GOTS). Die anderen beiden sind Naturtextil zertifiziert Best und Naturleder IVN zertifiziert. Alle Label werden durch unabhängige Zertifizierer jährlich überprüft.

Naturtextil zertifiziert BEST

IVN Naturtextil BEST

Das Gütesiegel Naturtextil zertifiziert BEST wird als höchster ökologischer Standard für Textilien angesehen. Das Gütesiegel betrachtet die gesamte textile Kette. Ebenso werden soziale Aspekte berücksichtigt.

Grundsätzlich ist Naturtextil zertifiziert BEST dem GOTS sehr ähnlich. Einige Unterschiede sind folgend aufgelistet:

  • Textilien müssen aus 100% kbA/kbT zertifizierten Fasern bestehen
  • Weniger Farb- und Hilfsmittel sind erlaubt
  • Merzerisieren ist nicht zugelassen
  • Alle Kleinteile (Knöpfe etc.) müssen aus Naturfasern bestehen


Hier finden Sie eine genauere Übersicht der Kriterien des Naturtextil zertifiziert BEST.

Naturleder zertifiziert

IVN Naturleder

Einige wichtige Auszüge aus dem Standard von NATURLEDER zertifiziert:

  • Leder wird größtenteils von Tieren verwendet, die zur Fleischgewinnung gehalten werden.
  • Wildlebende Tiere und solche die unter Naturschutz stehen sind ausgeschlossen.
  • Einhaltung strenger Richtlinien für Schadstoffe die weit über den gesetzliche Richtlinien liegen.
  • Chemikalien müssen biologisch abbaubar sein. 
  • Ausschließlich pflanzliche Gerbstoffe.
  • Verbot von Azofarbstoffen. 
  • Gleiche Sozialkriterien wie für Textile Produkte.

Hier finden Sie eine genauere Übersicht der Kriterien des Naturleder zertifiziert.

Made-by

Made-By

Made-By ist ein unabhäniges Verbraucherlabel und unterstützt Modeunternehmen die Nachhaltigkeit mit in ihr Unternehmen einfließen lassen wollen. Anhand des blauen Knopfes erkennt man welches Bekleidungsstück durch Made-By unterstützt wurde. Viele Produkte lassen sich sogar live auf der Webseite anhand eines Track and Trace – Systems entlang des Produktionsweges zurückverfolgen.

Dass Thema nachhaltige Mode ist sehr umfangreich und es ist nicht möglich die gesamte textile Kette vom Samen bis zum fertigen Bekleidungsstück auf einmal und sofort umweltgerecht und sozial umzusetzen. Daher hilft Made-By Unternehmen Schritt für Schritt. Die Fortschritte, die die Marken auf dem Gebiet von Umwelt und sozialen Bedingungen verbuchen, werden am Ende jedes Kalenderjahres auf zwei Scorekarten umgesetzt. Made-By hilft beim Vorbereiten und Erlangen von Sozial- oder Umweltzertifikaten und beim Einkauf nachhaltiger Materialien wie z.B. biologischer Baumwolle.

Made-By hat keinen eigenen Textil-Standard.

Hier finden Sie genauere Informationen zu Made-By.

Fear Wear Foundation (FWF)

Fear Wear Foundation

Die Fear Wear Foundation (FWF) ist eine Multi-Stakeholder-Initative, welche es sich zum Ziel gesetzt hat soziale Standards in der Bekleidungsindustrie zu verbessern und diese zu überprüfen. In der Regel tritt das Zeichen der FWF nicht auf Bekleidung auf sondern wird auf der Mitgliederseite festgehalten.  

Grundsätze des FWF Standards sind:

  • Verantwortung für die Zulieferkette: Beschaffung und Management müssen aktiv für die Umsetzung des Kodexes Sorge tragen.
  • Arbeitsstandards entsprechend den akzeptierten ILO Übereinkommen und der Universellen Menschenrechtsdeklaration der UN. Der Kodex der FWF beruht auf international anerkannte Standards, welche durch dritte auferlegt wurden.
  • Multi-Stakeholder Überprüfung: Der Überprüfungsprozess wird durch Multi-Stakeholder-Verhandlungen entwickelt. Experten aus verschiedenen Bereichen mit verschiedenen Ansichten sind in die Überprüfungsteams involviert. (Externe Überprüfung). Alle Einzelheiten zur Überprüfung –Verifizierung- finden Sie hier
  • Ein „Prozessverständnis“ zur Umsetzung: Besondere Beachtung gilt für die Einführung eines funktionierendem Systems über einen längeren Zeitraum um letztendlich faire Arbeitsbedingungen durchzusetzen.
  • Einbeziehung von Multi-Stakeholdern in den Produtkionsländern: Lokal Beteiligte werden vor Ort mit einbezogen. 
  • Transparenz: Alle Beteiligte sollen immer auf dem aktuellen Stand des FWF Kodex, laufender Aktionen und neuer Ergebnisse sein.

Hier finden Sie alle überprüften Unternehmen.

Hier finden Sie eine Übersicht der Kriterien des FWF-Standards.

Fair Trade

Fair Trade

Das Fair-Trade-Siegel ist hauptsächlich auf Lebensmitteln wie Kaffe, Reis, Bananen oder Schokolode zu sehen. Es zeichnet aber z.B. auch Baumwolle aus, welche unter fairen und sozialen Umständen angebaut wurde. Der Standard ist aufgeteilt in Richtlinien für Kleinbauern und/oder Arbeiter auf Plantagen oder in Fabriken. Die Überprüfung erfolgt durch die unabhängige Fair-Trade Labelling Organisation (FLO) - Cert GmbH.


Der Standard umfasst grundsätzlich:  

  • Mindestpreis
  • Fair-Trade-Prämie
  • Geregelte Arbeitsbedingungen
  • Langfristige Handelsbeziehungen
  • Umweltauflagen und Beratung.


Hier können Sie den vollständigen Fair-Trade-Grundstandard für den Handel einsehen.

Instiutionen bei FAIR QUEEN

Clean & Unique

Clean & Unique Siegel

Clean & Unique unterstützt Jungunternehmen hauptsächlich bei einer Mitgliedschaft der  Fear Wear Foundation (FWF), welche sich für die Einhaltung von sozialen Standards einsetzt und dieses auch überprüft. Clean & Unique ist eine Vereinigung vor allem für Unternehmen die ihren Focus auf nachhaltige Bekleidung gerichtet haben. Gerade in der Anfangsphase eines Mode-Labels ist es schwierig sich im Dschungel der nachhaltigen Bekleidung zurechtzufinden und dies auch praktisch umzusetzen.

Lichtschatz

Das Unternehmen Lichtschatz-Projekte ist im Bereich kontrolliert biologischer Textilfaseranbau- und Verarbeitungsprojekte tätig. Hier können Bio-Produkte von der Faser bis zum fertigen Textil erworben werden. Alle Produkte unterliegen strengen Kriterien. Lichtschatz ist in verschiedenen Projekten tätig:

Woven Wind Cotton

Das Projekt fördert den kontrolliert biologischen Baumwollanbau in der Türkei. Der Anbau erfolgt nach den gesetzlichen Grundlagen für biologische Landwirtschaft und darüber hinaus werden alle Kriterien eines innovativen Umwelt- und Klimaschutzes sowie die zeitgemäße soziale Absicherung der im Gesamtprozess Beschäftigten in Form von fairen Preisen und einer Bio-Prämie berücksichtigt. Die Zertifizierung und Überprüfung wird von anerkannten Institutionen vorgenommen, wie z.B. Institut für Marktökologie und Control Union nach aktuellen Standards wie vom Internationalen Verband Naturtextilwirtschaft (IVN) und Global Organic Textile Standard (GOTS).

Eco-Lino

Spezielles Projekt welches sich dem kontrolliert biologischen Anbau von Flachs (Leinen) widmet.
Alle Erzeugungs- und Verarbeitungswege sind nach internationalen Standards, Internationalen Verband Naturtextilwirtschaft (IVN-Richtlinien) und den Global Organic Textile Standard (GOTS) kontrolliert und zertifiziert.